kritiken:

Bars und Kneipen in Hamburg:

hier geben wir einen kleinen Ratgeber für späte Reisende durch die Nacht in Hamburg, der Stadt mit der höchsten Dichte von 24/7-Kneipen in Nordeuropa.
(wenn jemand meint, dem sei nicht so, möchten wir einen Stadtführer für diese Stadt hier gerne präsentieren. Berlin ist in Vorbereitung)

 

Gunclub / Beat-Club, Hopfenstraße, St. Pauli

Das Gunclub hat Tradition in St. Pauli, und nicht die Schlechteste. Erst um Hochparterre eines alten Arbeiterhauses gegenüber der Bavaria-Brauerei gelegen war die Kneipe Treffpunkt der alternativen Poetry-, Musik und Partyszene. Der Name ist nicht zufällig auch einer genialen Band gleich, dessen Sänger Jeffrey Lee Pierce hier verkehrte, wenn er in Hamburg tourte. Aber auch andere Bands wie The Cramps nutzen den Gunclub zur Entspannung nach Ihren Gigs.

Jetzt ist seit einigen Jahren das Gunclub ins Souterrain ein paar Meter weiter gezogen und hat den Charme größtenteils beibehalten. Deswegen nutzten wir es auch als Location für Poetry-Events.

Das Gunclub ist Dunkel, Verraucht, hat einen excellenten Kicker mit adequaten Gegnern und den vollsten Captain Morgan (80%) in Hamburg.

Der Laden füllt sich meist erst ab vier Uhr und ist selbst am Wochenende abseits der Touristen- Trampelpfade und damit angenehm.

 

 

Rosies Barhaus, Hamburger Berg, St. Pauli

Ein Lampenladen. Zumindest scheint es manchmal so. Hier hängt auch die Lampe für Deinen Psychedelischen Trip. Dazu hilft die Musik vom Teller.

Der Laden ist am Wochenende zu voll, zu verraucht und zu heiß, daher steht man dann draußem im typischen Schmuddelwetter zum Luftschnappen. Dahingegen präsentiert sich Rosies Wochentags nett und gemütlich.

Am Kickertisch hier stehen nur Looser, was bequem den Abend finanziert, wenn man noch fit genug ist.

Ansonsten laufen dort die akzeptabelsten potentiellen Opfer eines Sittlichkeitsdeliktes auf dem Kiez herum. Na, zumindest manchmal.

 

 

 

 

Egal-Bar, Marktstraße Ecke Glashüttenstraße, Karoviertel

Das DJ-Buch liest sich wie ein Roman, den jeder, der hier auflegt oder eine Perfomance macht, weiterschreibt. Der Titel wäre wohl: "...stranger Event!" wie eben diese Momente in dieser Bar Dauergast sind.

Der Barmann schmeisst die Gegner raus, wenn er zu oft im Kickern verliert.

Jahrelang hing kein Schild über dem Eingang, weil ja egal. Doch mit der allgemeinen Aufwertung des Karoviertels hat auch diese Bar an vielen neuen Qualitäten gewonnen. Jeden Tag ein anderer Künstler mit seinem Publikum, meist bis vier Uhr morgens.

 

 

 

Pallette, Eppendorf

Eppendorf ist Nachts tot. Was noch auf hat ist die Pallette, und das mit ziemlicher Sicherheit. Und es ist auch noch was los. Zumindest bekommt man sein frischgezapftes Flensburger und ´nen Happen zu essen.

Und eine Gratis- Show von den Stammgästen. Denn in Eppendorf tummeln sich des Nachts wunderliche Gestalten... hier lassen sich mit den Gästen die letzten philosophischen Fragen des Jahrhunderts klären.